Frei-Räume

Öffentliche VeranstaltungOffene Veranstaltung   19.09.2016
Veranstaltungsort: JVA Siegburg, Luisenstr. 90, 53721 Siegburg

Siegburger Gefangene beteiligen sich an euro­pä­ischem Kunstprojekt

Am 19. September 2016 wird der Minister der Justiz des Landes Nordrhein-Westfalen, Thomas Kutschaty die Ausstellung „Frei-Räume“ in der JVA Siegburg besuchen.

Zu sehen sind Banner, die während eines Workshops in der JVA Siegburg vom 05. bis 09. September entstehen werden und Banner, die in Polen entstanden sind. Einige der Banner werden im Bereich der Außenpforte der JVA Siegburg für alle Interessierten sichtbar sein, andere werden in der Kirche von Haus 1 zu sehen sein und im Freistundenhof für die Gefangenen ausgestellt.

 

Vernissage

Am 19.09.2016 um 12:00 Uhr wird der Justizminister, Thomas Kutschaty, die Ausstellung in der Kirche Haus 1 der JVA Siegburg eröffnen.

Grußworte:

Thomas Kutschaty, Justizminister des Landes Nordrhein-Westfalen

Przemyslaw Gembiak, Vizekonsul, Generalkonsulat der Republik Polen

Dirk Vianden, Kanzler der Alanus Hochschule

Einführung:

Prof. Dr. Ulrika Eller-Rüter, Alanus Hochschule

Prof. Zbigniew Bajek, Kunstakademie Krakau

 

Interview mit Frau Prof. Dr. Ulrika Eller-Rüter vom Fachbereich Fachbereich bildende Kunst der Allanus Hochschule die das Projekt begleiten wird.

Hallo Frau Eller-Rüter, im September 2016 soll unter der Überschrift „Frei-Räume“ ein Kunstprojekt in der Justizvollzugsanstalt Siegburg stattfinden. Wer wird daran alles teilnehmen?

Prof. Dr. Ulrika Eller-Rüter: Ich als Professorin für Malerei und Kunst im gesellschaftlichen Kontext, mein Kollege Prof Zbiegniew Bajek (Prof für Malerei und interdisziplinäre Kunst ), Jan Matejki Akademie der bildenden Künste Krakau/Polen und Studierende und Ehemalige unserer beider Malerei-Klassen.

Warum ist gerade die JVA Siegburg interessant für Sie?

Prof. Dr. Ulrika Eller-Rüter: Die JVA wurde uns empfohlen und für uns seitens des Justizministeriums Düsseldorf angesprochen (auf die Auswahl hatten wir keinen Einfluss). Es ist sicherlich eine sehr gute Wahl, weil der Direktor sehr offen ist für Kunstprojekte, wie sich in der Zusammenarbeit zeigt.

Mit welchen Erwartungen gehen Sie und die Studierenden an dieses Projekt?

Prof. Dr. Ulrika Eller-Rüter: Großer Spannung. Ein komplementäres Projekt hatte es ja bereits im Knast Montelupich in Krakau gegeben.

Wie würden Sie die Ziele beschreiben?

Prof. Dr. Ulrika Eller-Rüter:

  • Durch Kunst einen Dialog über ein zentrales und existentielles Thema zu entfachen: das Thema „Freiheit;
  • die unterschiedlichen (psychologischen, philosophischen, kulturellen, juristischen, aktuellen) Dimensionen des Themas ausloten – mit Menschen, die ausgerechnet Freiheitsstrafen absitzen.
  • Durch die Banner-Ausstellung die künstlerischen Statements auch im öffentlichen Raum präsentieren als Crossover zwischen Innen (Ort der Sicherheitsverwahrung) und Außen (Stadtraum),
  • ein Crossover schaffen im Austausch von Sichtweisen und Kompetenzen in der Zusammenarbeit von Künstlern und Laien/Amateuren (den Inhaftierten).
  • Wie umkämpft ist dieses „Gut“ „Freiheit“ angesichts der aktuellen Tagesereignisse (z.B. Terrorwarnungen; wo ist Freiheit im Namen der Sicherheit umkämpft?)

Danke!

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