Knastkultur in der JVA Iserlohn

Quelle: Jana Leininger

Freiheit in Handschellen?
Kultur in (Un)Freiheit!

Am vergangenen Wochenende verwandelten sich die Kirche und die Lernwerkstatt der JVA Iserlohn in eine Konzert- und Ausstellungshalle. Die jungen Ge­fang­enen boten den externen Gästen ein buntes Programm, um ihnen ihre kulturelle Vielfalt „drinnen“ näher zu bringen.

Das Programm begann am Samstag mit einleitenden Worten des Anstaltsleiters Joachim Güttler. Danach gab es direkt etwas auf die Ohren: zwei der jungen Gefangenen rappten ihre Texte souverän auf der Bühne, daneben präsentierten zwei weitere, was sie in dem achtwöchigen Musikprojekt am Schlagzeug gelernt hatten. Die Band BLOCKRUDEL sorgte dann ebenfalls für Begeisterung beim Publikum. Im Anschluss gab es für die etwa 30 externen Gäste die Möglichkeit, viele Exponate wie Bilder, in Szene gesetzte Texte, Krippen und die Podknast-Filme zu bestaunen und sich von den 30 jungen Inhaftierten über die Hintergründe aufklären zu lassen.

Der Sonntag begann dann wieder in gelöster Atmosphäre. Nach den Begrüßungsworten des Anstaltsleiters erklärten zwei Gefangene den weiteren Ablauf und luden die Gäste ein, sich einmal in „Bodypercussion“ zu erproben oder ins Gespräch mit Sascha Bisley zu kommen. Wieder bot sich die Gelegenheit, die Grenzen zwischen drinnen und draußen auf zu weichen und eine Brücke über die Mauern zu schlagen.

Nachdem die externen Gäste Zeit hatten, sich die Ausstellungsstücke an zu sehen und mit vielen jungen Männern ins Gespräch zu kommen, lud die Seelsorgerin der JVA zu einem gemeinsamen Gottesdienst ein. Auch hier brachten sich Gefangene in die Gestaltung ein, so dass das Wochenende aller Teilnehmer am Sonntagabend einen entspannten Abschluss fand.


Quelle: Justiz NRW | Autorin: Sabine Häusl, JVA Iserlohn | Bilder: Jana Leininger