ScheibHAFT - Literatur aus dem Knast

Neben Musik-, Theater- und Kunstprojekten gibt es eine Vielzahl von literarischer Arbeit hinter den Gefängnismauern. Zahlreiche Gefangenenzeitungen oder Veröffentlichung wie z.B. im Rahmen des Ingeborg-Drewitz-Literaturpreises für Gefangene zeug­en von diesem Schaffen. Vielen Gefangenen hilft das Schreiben. Durch das Schreiben kann er seiner Wut, seiner Trauer und seinen offenen Fragen Raum geben. Oder einfach seiner Fantasie freien Lauf lassen und sich so auf eine gedankliche Flucht von dem harten Haftalltag begeben.

Manche dieser Geschichten, dieser Werke, dieser Gedanken werden veröffentlicht, die meisten nicht. Und hier setzt die neue KNASTKULTUR-Serie: SchreibHAFT an. Wir wollen den gefangenen Autoren eine Plattform geben um Ihre Werke zu veröffentlichen.

MITMACHEN!

Mitmachen kann jeder Inhaftierte indem sein Werk per Post oder Email an folgende Adresse schickt:

KNASTKULTUR - SchreibHAFT

z.Hd. Thomas Cieszynski

Gillstraße 1

58239 Schwerte

thomas.cieszynski@jva-schwerte.nrw.de


Der Autor: Heinz-Werner Schürmann

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Er wurde 2008 zu sechs ein halb Jahren Haft verurteilt und starb überraschend 2013 in Haft eines natürlichen Todes. Mit dem Schreiben begann er in der SothA Gelsenkirchen und sein Vermächtnis sind ca. 2000 Seiten Geschichten, Texte und Gedichte, die in dem Zeitraum von 2010 bis 2013 entstanden...

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SchreibHAFT: Weihnachten

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Tausend Geschichten, tausend Versuche dem Fest, dem ja eigentlich kirchlichen Fest, etwas in der modernen Zeit abzugewinnen. Ich bin schon fast ein Dauerschreiber zur Weih­nachts­zeit geworden. Geschichten habe ich in Worte gefasst, auf der Suche nach einer Weih­nachts­ge­schichte, einer Erzählung über mein Weihnachten zur Kinderzeit und nun, am Tag vor dem Heiligen Abend sitze ich schon wieder über Papier gebeugt und denke an eine Weihnachtsgeschichte...

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SchreibHAFT: Fantasie ist nur der Anfang (Teil 3)

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Der Tunnel
Der Tunnel, schwarz und düster, lag hinter ihm. Endlose Stunden strauchelte, wankte er durch die Düsternis, fiel mehrmals auf seine Knie, die inzwischen blutig und zerschunden seinen Gang hemmten, hörte schon sein Blut durch den Körper rauschen, doch der Tunnel hatte einfach nicht enden wollen. Bis jetzt, jetzt lag er hinter ihm. Merkwürdig, dachte er...

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SchreibHAFT: Gedanken an Weihnachten

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Gedanken an Weihnachten
Weihnachtliche Gefühle und Gedanken schon im November. Die Süßwarenindustrie wirft Tonnen von aus Schokolade oder ähnlichem Süßkram geformten Nikoläusen, Christstollen, Baumschmuck usw. auf den Markt. Weihnachtsmärkte öffnen ihre Pforten, meine Güte, Glühwein mit Schuss, lange vermisst, Riesenbratwürste und heiße Kastanien locken, leider nicht vergeblich...

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Das Werk: Fantasie ist nur der Anfang

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Totentanz
Nichts, absolute Stille, ich sehe Schwärze, undurchdringliche, massive Schwärze. Ich bin tot. Aber wieso? Wann bin ich gestorben? Vorhin habe ich doch noch meinen Reinigungsdienst versehen, habe die Bücherausgabe betreut, habe mit etlichen Leuten gesprochen. Dann war Feierabend. Ich bin in meinen Haftraum gegangen. Ein Schläfchen wollte ich tun. Eine eigenartige Müdigkeit, nicht gekannt, hatte mich be-fallen. Also Augen zu und dann? Jetzt bin ich plötzlich tot...

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SchreibHAFT: Es bleibt immer etwas zurück (Teil 2)

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Überwinterung
Sonderbare Stimmung. Alles in mir wachsend, alles in mir vergehend. Störungen im Wachstum kommen und gehen. Reifezeit, Erntezeit. Die Stoppeln auf meinen inneren Feldern werden welk, legen sich noch feucht vom letzten Regen zum ewigen Schlaf auf den Boden - und vergehen. Sonderbares Gefühl von Stasis. Es ist alles zum Stillstand gekommen. Keine Maschine fährt über meine Felder. Kein Mensch betritt die Fluren...

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