B. Schmid-Große liest H-W. Schürmann

Genau 397 Tagen nach Heinz-Werner Schürmanns (inhaftierter Autor der Munckelstraße) Tod bot sich die Gelegenheit, einige seiner Werke einem breiteren, vor allem öffentlichen Publikum vorzulesen – oder sollte ich sagen: vorzutragen?

Den Rahmen, und zwar den sehr angemessenen Rahmen bot die Ausstellung DRINNENAUSSEN mit Gefangenenbildern und -skulpturen, die KNAST­KULTUR im Ruhrtalmuseum Schwerte veranstaltete.

Es waren wohl zwei Dutzend Zuhörer anwesend; das Schöne daran: Es waren auch Leute gekommen, die sich normalerweise nicht im „Knastleben“ bewegen, also ganz normale Schwerter Bürger.

Ich habe versucht, alle „Ecken“, die Herr Schürmann mit seinem Schreiben bedient hatte (Biografie, kurze Geschichten oder auch nur Bruchstücke von Geschichten, lustige, traurige, tragische, Gedichte, feinsinnige Betrachtungen, Jahresrückblicke undsoweiter) eben so an die Zuhörerschaft weiterzugeben. Das scheint gelungen zu sein. Nach über einer Stunde war das Vorlese-Latein beendet und es gab Raum für Fragen und Anmerkungen aller Art.

Am Ende stand eine Einladung zwecks Wiederholung in die JVA Schwerte – dort selbstverständlich vor anderem Publikum.

Was hat gefehlt? Auf jeden Fall die tiefe, wohlklingende Stimme des Autors selber!