Ehemalige KZ-Häftlinge im Gefängnis

Denis

Rückblickend erzählt der Inhaftierte Denis über die Begegnung mit den Überlebenden des Holocaust Jerzy Michnol und Ignor Krasnokucki.


Oliver

Der Gefangene Oliver berichtet über die Eindrücke des Zusammentreffens.


Phillippos

Auch der jugendliche Gefangene Philippos spricht über seine Gedanken.


Zeitzeugen

Ignacy Krasnokucki und Jerzy Michnol in der JVA Siegburg. Quelle aller Fotos: Frau Dörte Staudt


Ehemalige KZ-Häftlinge im Gefängnis

KZ-Überlebende stellen sich den Fragen der Gefangenen

 

Am 27. Juni 2011 besuchten in Begleitung des Geschäftsführers des Diözesanrates  Köln, Norbert Michels die beiden ehemaligen KZ-Häftlinge Jerzy Michnol (geboren 1926) und der ein Jahr ältere Ignor Krasnokucki die Justizvollzugsanstalt Siegburg. Die beiden Überlebenden des Holocaust waren auf Einladung des Diözesanrates Köln und des Maximilian-Kolbe-Werkes nach Deutschland gekommen.

 

Zunächst begrüßte Frau Barbara Berk, die Schul-Abteilungsleiterin, die Gäste im Schulraum auf der Vollzugseinheit 7 im Hafthaus 2, mit dem Hinweis, dass unter den Häftlingen auch einige seien, die Kontakt zur rechten Szene gehabt hätten, von denen sie aber hoffe, dass diese am heutigen Tage ins Nachdenken kämen. Am Anfang war den Zeitzeugen eine sichtliche Beklommenheit anzumerken. Hervorgerufen durch die Sicherheitseinrichtungen wie die Sicherheitsschleuse, die hohen Mauern und Zäune, dazu die Geräusche des vernehmlichen schließens der Haftraumtüren. Krasnokucki erklärte den Zuhörern einleitend: “Als ich hierher kam und die Zäune sah, kam die Erinnerung zurück“.

 

Die beiden ehemaligen KZ-Häftlinge erzählten zunächst gut eine Stunde lang über ihr Leben und ihre Erinnerungen, insbesondere an die Konzentrationslager. Anschließend konnten die Inhaftierten den Zeitzeugen bei Kaffee und Gebäck ihre Fragen stellen, entsprechend dem Motto der Veranstaltung: “Fragt uns jetzt – Wir sind die Letzten!“ Die teilnehmenden Häftlinge sind Schüler in der JVA Siegburg und hatten sich zuvor im Geschichtsunterricht intensiv mit der nationalsozialistischen Vergangenheit Deutschlands beschäftigt.

 

Zum Abschluss fragte Krasnokucki ob er eine Zelle sehen dürfe. Natürlich durfte er und erklärte daraufhin, dass sie im Konzentrationslager keine Betten gehabt hätten, sondern Pritschen auf denen sie liegen mussten. Nach dem Besuch der Veranstaltung konnten Sie entspannt die JVA Siegburg verlassen, was Ihnen vor 60 Jahre im KZ unmöglich schien. Auch das sie im Gefängnis Kaffee trinken sollten, stieß zunächst auf Verwunderung bei den Zeitzeugen.

 

Wolfgang Klein der Anstaltsleiter der JVA Siegburg war sichtlich zufrieden mit dem Ablauf und dem positiven Verlauf, den ihm war klar, dass dieses Projekt ein wenig auch ein Experiment war. Der Justizminister von Nordrhein Westfalen, Thomas Kutschaty, ließ es sich nicht nehmen zu dem Zeitzeugengespräch anzureisen. Er nahm an der Veranstaltung mit sichtlich großem Interesse teil.

 

Weitere Informationen:


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