Gary Niggins and the Coal Miners in der JVA Dortmund


"Gary Niggins and the Coal Miners" zusammen mit Thomas Cieszynski von KNASTKULTUR vor dem Auftritt.

Ein Hauch von grenzenloser Freiheit in den Weiten der USA erwartete die Gefangenen der JVA Dortmund am 06.02.2017 als dort Gary Niggins and the Coal Miners, eine Countryband aus Hamm/Westfalen, die von traditioneller Countrymusik über New Country, Countryrock bis hin zu deutscher Countrymusik und eigenen Stücken, sowie das ein oder andere Rockabilly Lied spielen, dort auftraten und das Publikum begeisterten!


Knastkultur (KK): Ist das Ihr erster Auftritt in einer JVA?

Gary Niggins (G.N.): Nein, ich habe schon einmal in einer JVA gespielt, für die anderen Jungs ist es jedoch das erste Mal. Ich hatte mit meiner alten Band bereits in der JVA Hamm gespielt. Das war 2013.

KK: Warum treten Sie noch einmal in einer JVA auf?

G.N.: Weil es sehr gut ankam, die Leute waren wirklich begeistert. Außerdem ist Februar, das ist für uns der „Cash-Monat“, denn am 26.02. wäre Johnny Cash 85 Jahre alt geworden. Da haben wir uns gedacht, wir sind riesen Cash-Fans und zum Andenken an den großen Meister wollen wir im „Knast“ spielen, wenn es möglich ist. Diesen Auftritt hat uns dann Herr Neumicke vom „Kunst und Literaturverein für Gefangene“ ermöglicht.
Am 26.02. 2017 spielen wir dann im Kino in Hamm, vor dem Film „Walk the line“ einer Filmbiographie über Johnny Cash. Wie gesagt, der Februar ist für uns der „Cash-Monat“.

KK: Was erwarten Sie für Ihr Konzert?

G.N.: Ich hoffe, dass die Gefangenen begeistert sind und ich hoffe, dass ich mich nicht verspreche wenn ich gewohnheitsmäßig sage: „Guten Abend meine Damen und Herren…“, denn Damen dürften ja heute Abend keine anwesend sein.

KK: Haben Sie ein spezielles Programm für heute Abend?

G.N.: Ja, wir haben die Lieder extra zusammengesucht, normalerweise spielen wir die in dieser Reihenfolge nicht. Auch neue Lieder haben wir mit ins Programm genommen. Es sind viele Cash-Sachen dabei aber auch einige Rockabilly-Stücke sind im Programm. Das wird bestimmt schön, denn die Lieder die wir heute spielen haben wir so noch nie gespielt – alles extra für die JVA Dortmund.

KK: Haben Sie ein spezielles Lied für diesen ungewöhnlichen Ort mitgebracht?

G.N.: Ja, wir haben ein eigenes Stück mitgebracht mit dem Titel „Mieser Typ“, der sich auch auf unserer neuen CD befinden wird die wir gerade aufnehmen, der passt ganz gut und natürlich der „Folsom Prison Blues“ von Johnny Cash, wo er beschreibt wie er in das Gefängnis von Folsom einfährt. Dann spielen wir noch „I got stripes“ ebenfalls von Johnny Cash, aber gestreifte Gefängniskleidung wird ja hier nicht mehr getragen…


Bei dem Stück „Whole Lotta Shakin' Goin' On“ von Jerry Lee Lewis riss es das Publikum von den Stühlen.

KK: Wie fanden Sie das Konzert?

G.N.: Uns hat es Spaß gemacht, der Bühnensound war leider nicht ganz OK, doch nach vorne heraus war es große Klasse. Zum Glück hatten wir schon zum Soundcheck versucht das Beste aus den Möglichkeiten herauszuholen.

KK: Gab es einen besonderen Moment?

G.N.: Ja als die Jungs zu „Whole Lotta Shakin' Goin' On“ von Jerry Lee Lewis aufgestanden sind. Denn zu Beginn des Konzerts hatten wir den Eindruck, dass das Publikum ein wenig passiv ist. Doch nach dieser Nummer da hatten wir sie komplett begeistern können. Alles gut, das war wirklich mal etwas Anderes.
Ein sehr dankbares Publikum, nach dem Konzert kamen noch ein paar von den Jungs hoch auf die Bühne und haben sich bei uns bedankt. Das hat uns sehr beeindruckt, denn das ist nicht selbstverständlich. Wir haben uns gefreut und die Jungs auch!

KK: Würden Sie es noch einmal tun?

G.N.: Immer wieder! Ich habe gerade schon zu den Vertretern des „Kunst und Literaturvereins für Gefangene“ gesagt, dass sie sich jederzeit wieder bei uns melden können. Wir würden ja einmal gerne in der JVA Werl spielen, denn diese Anstalt hat ja einen „gewissen Ruf“, doch da gibt es wohl keine Möglichkeit.


Gary Niggins, der schon seit 2006 deutschlandweit unterwegs ist, gründete die Band Anfang 2016. Es folgten viele Auftritte in ganz Deutschland. Der Lohn dafür ist die Nominierung für den Internationalen Country Music Award 2017 in der Kategorie “Newcomer des Jahres”.

Der Country Music Award ist ein reiner Publikumspreis und wird nur durch das Voting der Country Fans entschieden.

Hier können Sie abstimmen:


Mit freundlicher Genehmigung von Rhein-Sieg-Events MPS Eventmanagement


Impressionen vom Konzert: