"Wartesaal der Träume"

Theaterpremiere in der JVA Aachen

Langes Warten macht das Herz krank; aber ein erfüllter Wunsch gibt ihm neues Leben.
(Bibel, Sprüche 13.12)

 

Wir müssen von Zeit zu Zeit eine Rast einlegen und warten, bis uns unsere Seelen wieder eingeholt haben.          (indianisches Sprichwort)

 

Estragon: Komm, wir gehen!
Wladimir:   Wir können nicht.
Estragon: Warum nicht?
Wladimir:   Wir warten auf Godot.
Estragon: Ah!         (S. Beckett)

 

Die Theatergruppe „Die Biberköpfe“ der JVA Aachen, gegründet auf Initiative der Regisseurin Ewa Teilmans anlässlich ihrer Inszenierung „Berlin Alexanderplatz“ aus dem Jahr 2011, hatte mit den "Biberköpfen" ein neues Projekt erarbeitet, welches am 21. Juli um 18.30 Uhr in der JVA Aachen vor Gefangenen und Gästen von außen Premiere feierte.

"Alle haben einen Traum..."

Die Hauptfiguren des Stücks sind neun Männer, die an einem nicht näher definierten Ort, einem Warteraum, ihre Zeit damit verbringen, „nichts zu tun“ und auf etwas Ungewisses zu warten, das sie vielleicht selbst nicht kennen, von dem sie vielleicht nichts Genaues wissen.

Aber alle haben einen Traum. Der Junge mit der abgebrochenen Maurerlehre träumt davon, Architekt zu werden und Skylines in fernen Ländern zu bauen, der Mann, der seine Gefühle nie zeigen konnte, träumt von der Liebe, der Haltlose von Wurzeln, die Putzfrau davon, eine Bühnendiva zu sein. Der Einsame träumt davon, einen Freund zu haben, der Machtlose von Verantwortung, der mit den gebrochenen Flügeln von der Freiheit.

Begleitet wurden die Wartenden von der JVA-Band „Planet AC“, deren Songs ebenfalls das Spektrum von Realität und Sehnsucht ausloteten.

Unterstüzung

Ewa Teilmans, deren Arbeit sich als Plädoyer für eine vorurteilsfreie und nachdenkliche Begegnung zwischen Straftätern und der restlichen Bevölkerung versteht, wurde bei dem Projekt unterstützt von Ruth Hildebrandt (Produktionsleitung), Detlev Beaujean (Bühne), Dominique Muscinski (Kostüme), Ede Jödkes (Beleuchtung ),Robert Gajewski (Bühnenbau) und den Direktionen des Theaters Aachen und der JVA Aachen.