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Klassik Crossover-Konzert begeistert die Zuhörer

Rund sechzig Gefangene und die geladenen Gäste erlebten an diesem Abend ein für eine Haftanstalt außergewöhnliches akustisches Erlebnis. Mit viel Beifall wurden die Künstler bedacht. Der Bariton Konstantin Paganetti begeisterte unter anderem mit „Gar lieblich hat sich gesellet“ von Johannes Brahms und der „Sonett an die schreibfaule Brieffreundin“ von Moritz Eggert. In ihren Bann zog die Mezzosopranistin Esther Valentin ihre Zuhörer mit Stücken wie „Don Juan kommt am Vormittag“ von Moritz Eggert oder „Amor“ von William Bolcom. Der klassische Teil des Konzerts endete mit der „Storchenbotschaft“ aus den Mörike-Liedern von Hugo Wolf, die Esther Valentin und Konstantin Paganetti gemeinsam vortrugen.

Im folgenden Teil des Konzerts wechselte die Musikrichtung hin zur Pop- und Rockmusik. In einer eigenen Bearbeitung für Klavier trug Anastasia Grishutina das Lied der Gruppe Rammstein „Frühling in Paris“ vor. Es folgte ein von ihr selbst geschriebenes Stück mit dem Titel „Schnee fällt“ auf Text von Ulrike Almut Sandig, das, wie sie den Zuhörern zuvor erklärte, ihre Sehnsucht nach dem Winter in Russland widerspiegelt. Zum Abschluss des Konzerts erklangen alle drei Stimmen zusammen bei dem bekannten Stück von Simon und Garfunkel „The Sound of Silence“. Das begeisterte Publikum spendete nicht nur viel Applaus, sondern forderte von den Künstlern vehement eine Zugabe und wahrlich, es sollte eine besondere Zugabe werden.

Die Zugabe wurde von Konstantin Paganetti als italienisches Stück angekündigt. Paganetti bat deshalb die anwesenden Italienisch sprechenden Gefangen den Text zu übersetzen. Der Bariton begann mit einem sich dann wiederholenden „Miau“ und lockte damit die sich verbergende aber mit ihrer Mezzosopranstimme „Miauend“ antwortende „Katzendame“ Esther Valentin langsam auf die Bühne. Beeinflußt von der sich nun einmischenden eifersüchtigen weiblichen „Katzendame“ Anastasia Grishutina am Flügel wurde der „Kater“ von seinen Gefühlen zwischen den beiden „Katzendamen“ hin- und hergerissen. Die Entscheidung fiel, als zum Finale der „Kater“ Konstantin Paganetti auf Knien zu seiner Angebeteten „Katzendame“ Esther Valentin rutschte, die ihn schließlich erhörte. Die humorvolle Darbietung rief große Erheiterung hervor und brachte den Künstlern einen tosenden Applaus ein.

Ein wundervoller musikalischer Abend ging damit für das Publikum in der Justizvollzugsanstalt Siegburg unter der Überschrift „Liebe, Eifersucht, Angst und viel Humor“ als Auftakt zur Knastkulturwoche in der JVA Siegburg vom 15. bis zum 22 November 2019 zu Ende.