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Geschlossene VeranstaltungGeschlossene Veranstaltung   28.02.2018
Veranstaltungsort: JVA Detmold, Bielefelder Str. 78, 32756 Detmold

Kennern der gegenwärtigen deutschen Bluesszene ist "Bad Temper Joe" längst ein Begriff geworden, schätzt man dort doch sein oftmals im Soloauftritt präsentiertes, virtuoses Akustikspiel auf der Weissenborn Lap-Steel-Gitarre, traditionell, an die Blütezeit der Bluescombos in den 1920er-Jahren erinnernd. Dies erwartet die Gefangenen der JVA Detmold am 28.02.2018.


Hauptaugenmerk im Leben von Bad Temper Joe ist die Musik

Wer sich als Musiker im 21. Jahrhundert behaupten, sich einen Namen machen möchte, muss in erster Linie anpassungsfähig sein, immer etwas Anderes, Neues - am Zahn der Zeit - liefern, und, wie im Finanzsektor und in der Wirtschaft, ein gewisses Gespür, eine Vorausahnung für Trends in der Zukunft besitzen. Derjenige, dem dies gelingt, schreibt seine Lieder mit aller größter Wahrscheinlichkeit nicht selbst und hat im Grunde kaum eine Entscheidungsfreiheit, keine Möglichkeit zur Individualität.
Dann existieren im Gegenzug dazu aber auch jene Musiker, deren Hauptaugenmerk im Leben das Ding an sich ist - die Musik, Musik zu machen - die ihre Texte überwiegend selbst verfassen und auch die Komposition eigens in die Hand nehmen. Künstler, deren Klänge doch irgendwie für jeden etwas bedeuten, auch wenn sie nie den Anspruch haben sollten, massentauglich zu sein, genau aus dem Grund, weil ihre Musik dem eigenen Herzblut entspringt und auf ihre Art und Weise einzigartig ist – so, wie bei Bad Temper Joe.

Bad Temper Joe and his Band

Der Einfluss Bob Dylans auf Bad Temper Joes Musik lässt sich dieses Mal wirklich nicht leugnen, wie drei Interpretationen der Werke des Maestros auf interessante Art und Weise veranschaulichen. Auch wenn ihr Interpret in vielen verschiedenen vergangenen Jahrzehnten wie den 50er-, 60er- oder auch 80er-Jahren des letzten Jahrhunderts Inspiration gefunden hat, so bedeutet „Bad Temper Joe and his Band“ keine Imitation bekannter, vergangener Größen sowie analogen, verzerrten Studiosounds, sondern aktuelle, zeitgenössische Musik, die mit Klangkraft, Qualität und Reinheit überzeugt.
Wer Blues mag, der nenne es Blues, wem Americana oder Country gefällt, der bezeichne es als Americana oder Country, wer lieber Rock hört, der tituliere es als Rock - gute Musik muss sich nicht zwangsläufig immer nur einem Genre zuordnen lassen können! Eines sei dabei auf jeden Fall abschließend gesagt: keine vierhundertsechsundreißig Worte ersetzen ein erstes, zweites oder auch zehntes Hörerlebnis.


Quelle: (Text) www.badtemperjoe.com | (Bild) (c) Fiona Thiele


Diese Veranstaltung wird vom Kunst und Literaturverein für Gefangene organisiert.